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Farvenspeel

Ein Virus und das Geschäft mit der Hilfe

Vorab sei gesagt – das soll hier kein Klagetext werden… viel mehr soll es zeigen wie fassungslos ich bin!

Ich möchte hier auch nicht über die Sinn und Zweckmäßigkeit von Handlungen in diesem Pandemie-Fall schreiben – sondern, ich möchte über das schreiben was Tanja und mich gerade wirklich beschäftigt.

Uns geht es menschlich ( mental und gesundheitlich )  wirklich gut. Wir sind im Oktober letzten Jahres nach Dänemark gezogen und in dieser Zeit ist unser Wohnort am Limfjord noch einmal mehr die richtige Entscheidung gewesen. Es ist hier zur Zeit noch etwas „normaler“ als in anderen teilen von Europa.

Es brauchte etwas, bis wir uns mit dieser Situation anfreunden konnten. Von einem auf den anderen Moment keine Engagements mehr, keine von uns so geliebten Kirchenkonzerte – kein Einkommen. Für den ersten Moment denkt man – OK, da können wir mal 2-3 Wochen Pause machen. Nun sieht es nach mehreren Monaten Zwangsurlaub aus und das ist wirtschaftlich nicht zu überstehen.

Was freuten wir uns mitte der letzten Woche, über unzählige Nachrichten über Hilfspakete von Bund und Land, über Soforthilfen von Verbänden oder Gesellschaften. Da müsste doch etwas Hilfe drin sein….. weit gefehlt!

Es gibt Hilfen  – die schonungslos von den „Großen der Wirtschaft“ ausgenutzt werden und es gibt Hilfen die sich im nachhinein als Kredite entpuppen oder so eng Zweck gebunden sind, das sie für uns freischaffende Künstler nicht zum tragen kommen.

Wir haben keine Angestellten, wir haben keine Leasingverträge die bedient werden müssen, wir haben keine Betriebskosten wie Mieten o.ä……

Wir habe einfach nur kein Geld für Brot, Wurst, Heizung, Strom, Wasser oder zusammengefasst, kein Geld zum Leben.

Diese Hilfspakete für „Leben“ gibt es aber nicht. Unser Unternehmen, eingetragen, Steuern zahlend, ist für diese Art von Hilfe nicht gut. Eigentlich müssten wir jetzt zum Sozialamt gehen! Ach nee, das geht ja nicht. Eine Firma kann ja keine Sozialhilfe beantragen, nur Personen können das. Tanja und ich sind zwar Personen die in Deutschland Steuern zahlen – aber weil wir da nicht leben, keinen deutschen Wohnsitz haben, gibt es leider für uns nichts.

Da freute ich mich über den „Rettungsschirm Live“ der GEMA. Hier sollen Autoren die gleichzeitig als Künstler unterwegs sind unkompliziert Hilfe bekommen….. sollten…..!!!!!

Gleich in den Voraussetzungen war zu lesen das die Verlustangaben aus stornierten Engagements bestehen sollen. Eigenkonzerte würden hierbei nicht berücksichtigt. Ich dachte, ich lese nicht richtig.

Farvenspeel steht zu 90% mit Eigenkonzerten auf der Bühne….. Hierbei fallen 80 % auf Kirchenkonzerte die wir generell immer ohne Eintritt, rein auf Kollekte spielen.

***NATÜRLICH ZAHLEN WIR FÜR DIESE KONZERTE GEMA GEBÜHREN***

Nur als Verlust und Berechnungsgrundlage für eine Hilfe sollen die nicht genommen werden. Schon echt Hammer-frech!

Wenn man allerdings in den Genuß einer Hilfe – egal von welcher Institution auch immer – kommt, bekommt man die nicht geschenkt. Die GEMA nennt es „Vorschuß“ auf die 2020 Abrechnung. Alle anderen wie z.B. KfW, LiB oder ähnlich, vergeben Kredite die irgendwann zu den laufenden Kosten für ein vielleicht noch existensfähiges Unternehmen aufgebracht werden müssen.

Ich habe sehr selten ein so durchdachte, nahezu freche Abzocke zur Stärkung der großen Kapitalgeber gesehen.

In Dänemark sieht es für uns zur Zeit ähnlich aus.

Unsere Agentur „TCA-Musik“ wurde im Oktober 2019 gegründet und hätte jetzt ab März 2020 Umsätze generieren können. Daraus wurde nun leider nichts. Daher gibt es für das Unternehmen auch in unserem Herzensland keinen Zuschuss….

Privat sind wir an die 5-Jahres-Eigenversorgungs-Verpflichtung gebunden. Wenn man nach Dänemark auswandert garantiert man dem dänischen Staat, dass man die ersten 5 Jahre selber zurecht kommt. Im Normalfall wäre das ja auch problemlos möglich. Nach Corona nicht! Also – bislang keine Hilfen.

Ich bin wirklich kein Mensch großer negativer Gedanken, aber so wie die Obrigkeit mit dem Volk umgeht……zum ko…..

Tanja und ich freuen uns über Unterstützung unserer christlichen Geschwister, von Fans und Freunden unserer Musik. Bitte helft uns in dieser Zeit mit einer Spende auf unser dänisches Konto DK42 9070 1629 9498 59

All denen, die uns bereits geholfen haben sei unser Dank sicher. Ohne Euch geht es für uns in dieser Zeit nicht weiter.

Bleibt gesund, Euer Carsten

Sorge ist berechtigt….

Wow…

eine schwere Zeit – nicht nur für Musiker, Veranstalter oder Industrie-Kapitän, nein – es ist eine schwere Zeit für jeden einzelnen Menschen.

Ein Ding – so klein das man es mit dem Auge nicht sehen kann legt nahezu die ganze Welt lahm. Nicht nur das es das so geliebte Leben beenden könnte, es bringt die nicht betroffenen, die Sozial-Ignoranten zurück in die Steinzeit des Benehmens.

Leider kann ich hier keinerlei Unterschiede mehr machen denn für mich ist die Unart, anderen Menschen durch egoistisches Handeln die Lebensgrundlage zu entziehen genau so zuwider wie die Tat diejenigen zu beschimpfen,  zu beleidigen oder Hetzaufrufe zu starten.

Eines sollte jedem von uns klar sein – durch kein Wort, durch kein egoistisches Handeln und nicht durch Ignoranz wird diese menschliche und wirtschaftliche Kriese gelöst werden.

Veranstaltungen werden abgesagt – ob wir das verstehen, ob wir das für gut befinden oder nicht spielt keine Rolle mehr. Per Anordnung wurde es zum Gesetz und läst keine Spielräume zu.

Einige Unternehmer – egal aus welchem Unterehmensbereich – werden dieses nicht unbeschadet überstehen. Andere haben schon aufgeben müssen…

Ich bin gespannt, auf welche Art ich in den nächsten Tagen und sicher Wochen veränderungen im Sozialverhalten in meinem Umfeld wahrnehmen werde. 

Ich beobachte mit Sorge die „Scheißegal Mentalität“ der Gutmenschen. Schnell mal alles zusammen raffen, ohne  Sinn und Verstand. Nächster Schritt dann Handgreiflichkeiten und Plünderungen. Das ist keine Schwarzmalerei sondern nachlesbare Geschichte. Da wir Menschen ja nie dazulernen, wird es jetzt kaum anders sein.

Ich sorge mich um meine Familie, um die Alten und die ganz Jungen.

Natürlich hoffe und bete ich für ein baldiges Ende dieser beschi…… Situation.

Zum jetzigen Zeitpunkt müssen wir per Anordnung noch keine Konzerte absagen. Auch unsere Harz-Kirchen Tour ist seitens der Kirchen nicht gefährdet. Ob sie allerdings überhaupt kostendeckend gefahren werden kann, hängt letztlich von den Besuchern ab. Ob die bei so viel Panik aus dem Haus gehen werden, steht in den Sternen.

Ob die erste große Außen-Veranstaltung Ende April für uns etwas wird, ich weiß es nicht. Ob wir das überstehen – sicherlich!

Euch da draußen bitte ich, bringt etwas Zeit des Tages auf und schaut wo Ihr in Menschlichkeit anderen helfen könnt. Das was viele auf FB / Twitter und Co. so machen, hilft definitiv keinem.

Euer Carsten

Dreifaltigkeitskirche Schleswig

Was für ein Jahr…..

2019 ist Geschichte – und was für eine!

Soviel Veränderung wie im vergangenen Jahr gab es sicher für uns so noch nicht…..

Die Entscheidung, es einmal mit einer Akustik-Tour zu versuchen, sich reduziert auf drei Stimmen, Bass – Ukulele – Gitarre auf den Weg zu machen, war ein voller Erfolg.

Voller Dankbarkeit und Demut erlebten wir das Jahres – Abschußkonzert am 31.12.19 in der Dreifaltigkeitskirche in Schleswig / Friedrichsberg.

Die Kirche war voll und das war schon mehr als man an einem Silvesterabend erwarten darf. Danke dafür……

Wir wollten diesen Abend aber nicht einfach nur unser Programm abspulen sondern auch uns selbst beschenken. Deshalb holten wir unsere Herzslieder der Vergangenheit aus dem verstaubten Koffer der Erinnerung ;-)…. So kamen dann auch wieder einmal gute Cover-Songs, unsere musikalischen Wegbegleiter als Herzenslieder ins Program.  Für Tanja war „In the Morning“ von den BeeGees ein klares Muss. Nadine steuerte „You are my Sunshine und Wagon Weel“ bei. Ich selber konnte nicht anders und musste „The River von Garth Brooks, Annis Song von John Denver und Purpel Rain von Prince“ erklingen lassen.

Auch Godewind-Songs und etwas Kiesewetter und May ergänzten die eigenen, ausgewählten Farvenspeel-Songs. Das ganze führte zu riesem Beifall und  stehende Ovationen. Das ganze führte zu unserem Entschluß für 2020 – Herzenslieder werden wir unser neues Programm außerhalb unserer Kirchenkonzerte nennen.

Wir freuen auf ein Hammer 2020 – mit Euch, für Euch und mit ganz viel Musik……

Gute Seelen im Hintergrund, die Serie – Teil 3

Du machst dich als Musiker auf den Weg – zu großen oder kleinen Veranstaltungen.  Die Budgets lassen oft keine externen Techniker zu.

Auch die Frage nach Instrumenten etc… stellt einen Künstler oft vor unlösbare Probleme. Sei es in Punkto Beratung, Testen oder Bezahlung….

Unsere gute Seele im Hintergrund ist die Firma InSound in Kiel!

Was eine Team!

Kompetent, freundlich und auch in stressigen Zeiten immer locker. Ohne InSound würden viele meiner Musiker-Träume für lange Zeit Träume bleiben. Für Farvenspeel ist das Verhältnis zu InSound nicht einfach nur Kunde vs. Lieferant, nein – es ist schon viel mehr als das. 

Ich möchte Euch eine Situation aus einem Instrumentenkauf als Beispiel darbringen:

Ich stand am Tresen und eine InSound Mitarbeiter schrieb gerade eine Rechnung für meinen Einkauf. Zu einer Auzubildenden sagte er: „Das ist Carsten von Farvenspeel – einer der bei uns Equipment abholt, damit Geld verdient um das Equipment zu bezahlen“ und das klappt zu 100%.

Ich bin glücklich, das ich Kunde dieser Firma bin.

In diesem Sinne……. ich brauch bestimmt bald wieder was 😉

Euer Carsten

Gute Seelen im Hintergrund, die Serie – Teil 2

Ein Mensch voller Menschlichkeit – Hilfsbereitschaft und Güte…..

…Bianca!

Ich glaube fast, es ist so gelenkt gewesen das Bianca und ich uns über den Weg gelaufen sind. Es ist schon sehr lange her, ich war seinerzeit Chorleiter des Arniser Shanty-Chores – ein gemischter Chor – und Bianca sang dort von Zeit zu Zeit mit.

Schon damals war es unverkennbar – das Leben machte es ihr nicht leicht. Folgen einer Erkrankung waren sichtbar und schränkten sie etwas arg ein, aber sie stand fest im Leben.

Bianca hat mir mit ihren Sichtweisen vom Leben – vom Erleben und von Gott ein Stück weg die Augen geöffnet und vieles in mir wach gerüttelt.

Sie half aus gütigem Herz auch wenn Sie wußte das meine Ansagen und Vorstellungen nicht wirklich haltbar waren.

Sie war und ist bis heute stets für mich – für die Band und alle Belange mit einem offenen Ohr da gewesen.

Es geht Ihr nicht mehr so gut – kann uns bei Konzerten nur noch sehr selten besuchen und das fehlt uns sehr – sie fehlt uns live sehr.

Liebe Bianca – ohne Dich wäre so vieles nicht möglich gewesen! Du bist mit einer Warmherzigkeit ausgerüstet, die ich bislang wirklich nicht sehr häufig erleben durfte.

Danke das Du da bist – als Freundin, als erster Fan als toller Mensch…

Dein Carsten